Lymphologie in Forschung und Praxis

Der Komplexität der funktionellen Abläufe, die mit dem Begriff der Lymphologie verbunden sind, wird in Lymphologie in Forschung und Praxis Rechnung getragen. Es wird deutlich, dass die Lymphologie keineswegs ausschließlich mit der Diagnostik und Therapie von Lymphödemen gleichzusetzen, sondern als fachübergreifende Disziplin zu verstehen ist. Unter der Schriftleitung von Prof. Dr. rer. nat. Hellmuth Zöltzer, Kassel, bietet die Zeitschrift umfassende Analysen und aktuelle Diskussionen, die dem interessierten Mediziner und Physiotherapeuten neue Erkenntnisse und Perspektiven aus Forschung, Klinik und Praxis vermitteln. Zu den Autoren zählen neben Ärzten auch Physiotherapeuten und Bandagisten. Die Zeitschrift Lymphologie in Forschung und Praxis ist das offizielle Organ der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie (DGL), der Gesellschaft Deutschsprachiger Lymphologen sowie der Gesellschaft für manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder und sonstige lymphologische Therapien e. V. (Österreich) (GfMLV). Die Zeitschrift ist im EMBASE/Excerpta Medica gelistet.

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Aktuelle wissenschaftliche Leitartikel (01/2010)

  • Lymphologie in Forschung und Praxis - Ausgabe 01/2010

    Wir beglückwünschen diesmal zwei Jubilare der Lymphologie. Frau Prof. h.c. Hildegard Wittlinger hat ihren 80. Geburtstag gefeiert und Professor Michael Földi seinen 90. Geburtstag. Sie sind bedeutende Vorreiter in Sachen der Lymphologie und wir freuen uns mit ihnen, dass sie auf ein so erfolgreiches Lebenswerk zurückschauen können. Beiden ist jeweils eine kleine Laudatio in diesem Heft gewidmet.

  • Dystope Kalzifizierungen

    Eine Komplikation bei Ulcera crurum

    Dystope Kalzifizierungen sind eine mögliche Ursache für nicht heilende Ulcera
    crurum. Dystrophe Kalzifizierungen als spezielle Form dystoper Kalkablagerungen
    im Gewebe können bei chronisch-venöser Insuffizienz vorkommen und sind dann
    mit längerfristigen trophischen Störungen in Kutis und Subkutis – bis hin zur Faszie
    reichend – verbunden. Sofern trotz adäquater topischer Therapie einschließlich
    Débridements keine Ulkusabheilung erreicht werden kann, bietet nach aktuellen
    Behandlungsempfehlungen ein tiefes Ulkus-Shaving mit nachfolgender Meshgraft-
    Transplantation die besten therapeutischen Aussichten. Adjuvante Physiotherapie
    in Form von Entstauungs- und Bewegungstherapie sollte ein fester Bestandteil des
    Gesamttherapiekonzeptes sein.

  • Die indirekte Depot-Sehnen- Lymphangiografie (DSL)

    Eine radiologische Methode zum Wirkungsnachweis der Manuellen Lymphdrainage (ML) beim Pferd?

    In der vorliegenden Studie wurde die Wirkung der Manuellen Lymphdrainage (ML)
    auf den Lymphabtransport aus klinisch gesunden Beugesehnen des Pferdes evaluiert.
    Zwölf Gliedmaßenpaare von acht Pferden wurden mit der indirekten Depot-
    Sehnen-Lymphangiografie (DSL) untersucht. Unmittelbar nach der intratendinösen
    Injektion des Röntgenkontrastmittels stellten sich die Lymphkollektoren des tiefen
    Systems radiologisch dar. Die ML beschleunigte die Entleerungszeit der Lymphkollektoren
    signifikant um den Faktor 1,7 (p = 0,012).

  • Studie über die Qualität der ambulanten Versorgung von Ödempatienten in Deutschland 2007

    In einer Studie wurden 300 Patienten der onkologischen und der kardiologischen
    Abteilung einer Reha-Klinik von erfahrenen Lymphologen mit dem Ziel untersucht,
    Aussagen über die Qualität ihrer vorbestehenden ambulanten Ödemtherapie zu
    machen. Die Ergebnisse zeigen erhebliche Defizite in der Versorgung von Patienten,
    die eine physikalische Ödemtherapie benötigen.

  • Die erfolgreiche Komplexe Physikalische Entstauungstherapie eines elefantiastischen Lipo-Phlebo-Lymphödems mit Dekubitus in der ambulanten lymphologischen Schwerpunktpraxis

    Ein elefantiastisches Lipo-Phlebo-Lymphödem, kompliziert durch einen Dekubitus
    und eine morbide Adipositas, konnte in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden
    Arzt durch Komplexe Physikalische Entsstauungstherapie und Wundbehandlung
    in der ambulanten lymphologischen Schwerpunktpraxis erfolgreich entödematisiert
    werden: Zwölf Monate intensiver Behandlung führten zur Abheilung
    des Dekubitus und zur Entödematisierung beider Füße und Unterschenkel. Anschließend
    wurde die Patientin mit flachgestrickter Unterschenkel-Kompressionsbestrumpfung
    versorgt. Nach einer zweiten Entödematisierungsphase wurde eine
    zusätzliche Oberschenkel- und Leib-Kompressionsversorgung als „Capri-Hose“
    angemessen. Weitere neun Monate später konnte mittels Reduktionsplastik eine
    12 kg schwere Fettschürze entfernt werden.

  • Liposuktion beim Lipödem als kassenärztliche Leistung

    Pro und Kontra unter Berücksichtigung gesundheitsökonomischer Aspekte

    In den Leitlinien zum Lipödem ist – neben den konservativen Maßnahmen – die
    operative Behandlung mittels Liposuktion als Standardtherapie vorgesehen. Die
    Kostenübernahme dafür wird jedoch von den gesetzlichen Krankenkassen überwiegend
    abgelehnt. Dies wird mit juristischen und medizinischen Aspekten begründet.
    Primär entscheidend sind jedoch offensichtlich die sozioökonomischen
    Bedingungen unseres auf Solidarität beruhenden Gesundheitssystems.
    Diesbezüglich wird neuerdings versucht, mittels objektiver Kriterien in Form von
    Priorisierungen die Wertigkeiten unterschiedlicher Therapien zu beurteilen und entsprechende
    Rangfolgen zu erstellen. Ob durch Liposuktion(en) neben einer Verbesserung
    der Lebensqualität auch eine Reduzierung der Lebenszeit-Therapiekosten
    erfolgt, ist bisher noch nicht untersucht worden.

  • Intertester-Variabilität eines „selfmade“-Volumeters zur Bestimmung von Armvolumina

    Eine prospektive Pilotstudie

    Einleitung: Das Lymphödem ist eine der häufigsten Folgeerscheinungen von Brustkrebs,
    hervorgerufen durch die operative und/oder Strahlenbehandlung. In der Praxis
    werden zur Diagnostik von Lymphödemen die Kombination aus Anamnese und
    klinischen Zeichen sowie die Umfangsmessung beider Arme im Seitenvergleich
    verwendet. Im Bereich der Forschung gilt die Wasserverdrängungsmethode für die
    Armvolumenbestimmung als Goldstandard.

  • Lymphologie in Forschung und Praxis - Titelbild: Ausgabe 01/2010

     

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