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Lymphologie in Forschung und Praxis

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Ausgaben: 01/2007  02/2007  

  • Alginat-Kurzzugbinden als Alternative zur herkömmlichen lymphologischen Kompressionsbandagierung

    Eine Alginatbandagierung wurde mit einer herkömmlichen lymphologischen Kurzzug- Bandagierung mit individueller Unterfütterung randomisiert verglichen: sowohl bezüglich entstauender Wirkung als auch bezüglich Verträglichkeit. Dies geschah in einer Wärmeperiode. Die Volumina wurden vor und nach den Bandagierungen gemessen. Mithilfe der fünfteiligen Likert-Skala wurde festgehalten, wie die Patienten die Kompression auf der Haut empfanden. Gravierende Nebenwirkungen gab es in keiner Gruppe. Bei der Volumenmessung zeigten sich geringere Zunahmen in der Alginatgruppe. Bei den Angaben zum Tragekomfort waren die Werte der Alginatgruppe deutlich besser als die der herkömmlich bandagierten Gruppe. Alginatbinden sind eine gute Alternative zur herkömmlichen Bandagierung, vor allem bei hohen Temperaturen, wegen der kühlenden Wirkung der Alginate.

  • Das Lymphödem – auch ein psychosoziales Problem?

    In der Lymphödemklinik Wittlinger-Therapiezentrum wurde ein Screening mit der Fragestellung: »Unterscheiden sich Lymphödempatienten in Ihrer Lebensqualität, psychischen Beeinträchtigung und in ihren Stressverarbeitungsstrategien von der Allgemeinbevölkerung?« durchgeführt. Die vorläufigen Ergebnisse bestätigen, dass sich Lymphödempatienten in der physischen, psychischen und umweltbedingten Lebensqualität von der Allgemeinbevölkerung unterscheiden. In Bezug auf das soziale Umfeld unterschied sich die untersuchte Stichprobe nicht von der Allgemeinbevölkerung. Signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen konnten bei Somatisierungstendenzen und der phobischen Angst gezeigt werden. Außerdem stellen sowohl Gedanken an Tod und Sterben als auch Schlafstörungen bei der untersuchten Patientengruppe eine relevantes Problem dar. Die Gedanken an Tod und Sterben korrelieren signifikant mit Einschlafschwierigkeiten und frühem Erwachen am Morgen. Lymphödempatienten zeigen signifikant höhere Werte bei der Vermeidungstendenz als die Allgemeinbevölkerung, das heißt, sie versuchen stärker, eine erneute Konfrontation mit der belastenden Situation zu verhindern. Ersatzbefriedigung als Ablenkungsstrategie bei der Stressverarbeitung wird von Lymphödempatienten signifikant öfter eingesetzt als von der Normalbevölkerung. Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen Ersatzbefriedigung und dem Item »Drang, übermäßig zu essen«.

  • Die Bedeutung der Elektrostimulation glatter Muskulatur bei der Behandlung von Lymphödemen

    Die Folgen einiger Operationsverfahren sind Darmatonie und Lymphödeme – lästige und manchmal gefährliche Komplikationen. Konventionell werden bei Darmatonien Pharmaka und bei Lymphödemen die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) eingesetzt. Diese Behandlungen verzögern jedoch die Entlassung aus der Klinik. Das innovative Konzept der Elektrotherapie mit dem BMRPolystim- Gerät nutzt die elektrophysiologische Ansprechbarkeit glatter Muskelzellen auf perkutane Stimulation. Bei Darmatonien wird als Zielkriterium die Defäkation, bei Lymphödemen die Umfangsabnahme angesehen. Die Elektrotherapie ist hocheffektiv und komplikationslos.

  • Die Bedeutung der Therapie des Brustlymphödems nach brusterhaltender Therapie

    Das sekundäre kutane Angiosarkom der Brust (Stewart-Treves-Syndrom) nach brusterhaltender Therapie (BET) wird immer häufiger beobachtet, da bei Mammakarzinom zunehmend brusterhaltend behandelt wird. Diese ehemals seltene Erkrankung darf nicht unterschätzt werden. Früherkennung ist die einzige Möglichkeit, die Überlebensraten bei dieser Erkrankung zu verbessern. Da ein Großteil der kutanen Angiosarkome der Brust nach BET aufgrund eines chronischen unbehandelten Lymphödems entsteht, ist dessen frühzeitige Therapie als Präventivmaßnahme erforderlich. Anhand eines Fallbeispiels wird das Stewart-Treves-Syndrom vorgestellt, die Wichtigkeit seiner Früherkennung aufgezeigt sowie die Bedeutung der Therapie des Mammalymphödems dargestellt.

  • Die Hemihypertrophie – eine Differenzialdiagnose zum Lymphödem

    Hemihypertrophie ist eine seltene angeborene Fehlbildung, die auch als Halbseitenriesenwuchs bezeichnet wird. Sie kann in Kombination mit weiteren Fehlbildungen oder als solitäre Form auftreten. Aufgrund der normalen Hautfarbe und der Gewebsvermehrung kann sie mit einem halbseitigen primären Lymphödem verwechselt werden.

  • Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder in den USA, Spanien und Frankreich

    Dies ist ein Bericht über die anfänglichen Bemühungen der Dr.-Vodder-Schule Walchsee, die manuelle Lymphdrainage (ML, MLD) und später auch die kombinierte physikalische Entstauungstherapie (KPE) in den USA, Spanien und Frankreich einzuführen. Man muss dabei in Betracht ziehen, dass in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts kaum ein Therapeut von der MLD gehört,geschweige denn einen Kurs besucht hatte. Das Interesse an dieser Methode ist oft Zufällen zuzuschreiben. Voraussetzung, um in Europa und dem nordamerikanischen Raum tätig werden zu können und später auch die Verbindungen auszubauen, sind Sprachkenntnisse. Kosmetiker und Masseure waren die ersten, die sich für die Methode interessierten – weltweit. Die Ausbildung für Kosmetiker ist in allen Ländern, in denen die Dr.- Vodder-Schule unterrichtet, geregelt. Oberstes Gebot ist: Kosmetiker behandeln NUR Gesunde. Masseure haben inzwischen die ML/KPE mehr oder weniger an die Physiotherapeuten verloren, denn ihre Behandlungen werden von den Sozialversicherungsträgern nicht mehr bezahlt. In manchen Ländern dürfen Masseure auch keine Bandagierungen mehr durchführen.

  • Methodische Aspekte und der Stand der Leitlinienentwicklung in der Lymphologie*

    Leitlinien sind systematisch entwickelte Aussagen, die klinische Entscheidungen nach dem aktuellen Wissensstand erleichtern sollen. Sie werden unter Einbindung der beteiligten medizinischen Fachgesellschaften unter dem Dach der AWMF entwickelt. Bei der Konsensusfindung bedient man sich sozialpsychologisch fundierter Verfahren. Die Literatur wird in einem aufwendigen Prozess klassifiziert. In der Lymphologie gibt es zurzeit Leitlinien-Entwicklungen auf lokaler, deutschsprachiger und europäischer Ebene. An einer Lymphologie-Leitlinie besteht dringender Bedarf.

  • Präkollektor und Randsinus des Lymphknotens

    Der Präkollektor als Verbindungsabschnitt zwischen den initialen Lymphsinus und dem Lymphkollektor ist ein besonderer Bereich. Er ist ebenso wie der Randsinus des Lymphknotens nicht nur lymphleitend, sondern ein Abschnitt der Lymphbahn mit spezifischen Funktionen. Ziel dieser Studie ist es, den Präkollektor sowohl bezüglich seiner Morphologie als auch hinsichtlich seiner Funktionen genauer zu charakterisieren. Zusätzlich sollen seine Strukturen mit denen des Randsinus des Lymphknotens verglichen werden. – Das von uns untersuchte Material stammt aus dem Uterus von Ratten und Meerschweinchen und aus Lymphknoten der Ratte. Mithilfe der Versilberungstechnik, der Immunhistochemie (LYVE-1-Rezeptor) und konventioneller histologischer Methoden erstellte Präparate wurden licht- sowie raster- und transmissionselektronenmikroskopisch untersucht. Es kann gezeigt werden, dass die Morphologie der Präkollektoren sich deutlich von der des initialen Lymphsinus und auch von der des Kollektors unterscheidet. Beim Randsinus des Lymphknotens, der in seinem Aufbau sehr an den Präkollektor erinnert, zeigen das innere Endothel und die Retikulumzellen immunhistochemisch die gleichen Eigenschaften wie das Präkollektorendothel, während die äußeren Endothelzellen morphologisch und funktionell andere Eigenschaften aufweisen. Präkollektor und Randsinus des Lymphknotens sind anscheinend morphologisch und funktionell eng verwandte Strukturen.

  • Sekundäres Armlymphödem mit ausgeprägter radiogener Schädigung nach Brustkrebstherapie vor 30 Jahren

    Selbst 30 Jahre nach einer Brustkrebsbehandlung (Operation und Bestrahlung) konnten die Bewegungseinschränkung und die massive Armschwellung bei sekundärem Lymphödem noch effektiv behandelt werden. Die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) mit den Maßnahmen manuelle Lymphdrainage (MLD), lymphologischer Kompressionsverband (LKV),Bewegungstherapie (BWT) sowie das Coaching durch den Therapeuten ermöglichten eine Entödematisierung. Die Schmerzen wurden gelindert, die verbliebene Beweglichkeit sowie das Krankheitsselbstmanagement der Patientin optimiert. Dies verbesserte ihre Lebensqualität erheblich.

  • Verordnung lymphologisch notwendiger Heilmittel

    Die Verordnungsmodalitäten im Bereich der Lymphologie werden bestimmt von strikten Reglementierungen und Budgetierung im Rahmen der Heilmittelrichtlinien. Bei Überschreitung des individuellen Budgets drohen Regressforderungen der Kostenträger. Die korrekte Verordnung der lymphologischen Heilmittel wird vorgestellt und erläutert, wie eine Regressfalle vermieden werden kann.

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