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Lymphologie in Forschung und Praxis

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Ausgaben: 01/2008  02/2008  

  • Behandlungsoptionen bei kindlichem Chylothorax

    Hintergrund: Chylothoraces bei Kindern sind selten, jedoch lebensbedrohlich. Bis dato existiert kein generelles Behandlungskonzept, seit einiger Zeit setzt man Somatostatin und Octreotid ein.

    Methode: systematische Übersichtsarbeit. Literaturrecherche.

    Ergebnis: Gefunden wurden Berichte von 87 Kindern, die wegen eines primären oder sekundären Chylothorax behandelt wurden. In die detaillierte Auswertung konnten Berichte von 50 Kindern einfließen. Davon wurden 24 Kinder mit Somatostatin i.v. behandelt. 26 Kinder erhielten Octreotid, entweder als i.v.-Infusion oder s.c. Nebenwirkungen: Hautrötungen, Übelkeit, Durchfälle, transienter Hypothyroidismus, erhöhte Transaminasenwerte und Strangulations-Ileus unter Somatostatingabe. Transienter Meteorismus, temporäre Hyperglykämie und nekrotisierende Enterokolitis unter Octreotidgabe.

    Schlussfolgerung: In 75 % der Fälle konnte sowohl mit Somatostatin als auch mit Octreotid ein Behandlungserfolg verzeichnet werden. Obwohl i. d. R. nur leichte Nebenwirkungen beobachtet wurden, ist bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Zirkulationsstörungen Vorsicht geboten. Umfangreiche, kontrollierte Studien sind vonnöten, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Somatostatin bzw. Octreotid bei Chylothorax zu etablieren und ein Behandlungsschema zu entwickeln.

  • Bericht erbeten – Wunsch und Wirklichkeit

    Der Arzt beurteilt den Therapieerfolg anhand des klinischen Bildes, den Aussagen des Patienten und dem Bericht des Therapeuten. Dieser Bericht sollte regelhaft erstellt werden und Daten zum Umfang der Extremität, zur Konsistenz des Gewebes, zum Therapieverlauf und zur Compliance des Patienten beinhalten,außerdem Empfehlungen für das weitere Prozedere.

  • Das Adipositas-Lymphödem

    Das Adipositas-Lymphödem wurde in unserer Klinik bisher nur bei Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI)>40 kg/m² (Adipositas permagna) diagnostiziert,bei Frauen und Männern gleich häufig. Es ist überwiegend an den Beinen lokalisiert. Differenzialdiagnostisch sind primäre und sekundäre Lymphödeme sowie kombinierte Phleb-Lymphödeme und Lip-Lymphödeme auszuschließen, ggf. auch kardiogene Stauungsödeme, die eine Kontraindikation für die manuelle Lymphdrainage (MLD) sind. Die rechtzeitige Diagnose und kombinierte physikalische Entstauungstherapie (KPE), begleitet von einer Gewichtsreduktion, entscheiden über die Prognose.

  • Das Proteus-Syndrom

    Das Proteus-Syndrom ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung, die mit unterschiedlichen Fehlbildungen und Gewebshypertrophien einhergeht. Sie kann mit einem Lymphödem verwechselt werden.

  • Einbeziehen der Sentinel-Lymphknoten-Biopsie in das Disease-Management-Programm Mammakarzinom

    Die Sentinel-Lymphknoten-Biopsie (SLNB) erlaubt es, die Morbidität durch die axilläre Lymphknotendissektion beim Mammakarzinom deutlich zu reduzieren. Aufgrund der hohen Akzeptanz der SLNB bei den betroffenen Frauen und der inzwischen durch die Fachgesellschaften weitgehend standardisierten Technik wird dieses Verfahren in fast allen entsprechenden Zentren angewandt. Die Einbeziehung dieser Methode in das Disease-Management-Programm (DMP) Mammakarzinom impliziert Fragen nach der Qualitätssicherung und nach beweisbasiertem Vorgehen, da die SLNB erst seit Kurzem definitiv in S3-Leitlinien verankert ist.

  • Komorbidität von Patienten mit Lymphödemen

    Lymphödeme entstehen primär als angeborene Störung des Lymphgefäßsystems oder sekundär infolge anderer Erkrankungen oder Therapien. Die Komorbidität der Patienten beeinflusst die Behandlung des Lymphödems erheblich. Im Patientengut eines Jahres (Juli 2006 – Juni 2007) des MVZ Polikum Friedenau hatten 1,63 % der Patienten ein Lymphödem. Bei 81 % dieser Patienten wurden weitere Diagnosen kodiert. Dabei handelte es sich meist um orthopädische, kardiovaskuläre oder dermatologische Erkrankungen. Die häufigsten Diagnosen waren Hypertonie, Adipositas und Diabetes mellitus.

  • Mikrochirurgische Verpflanzung von Lymphgefäßen

    Das Überbrücken einer Gefäßunterbrechung mit einem Bypass ist ein übliches gefäßchirurgisches Verfahren, das auch bei Lymphgefäßen funktioniert. Man arbeitet dabei unter dem Operationsmikroskop. Untersuchungen zeigen, dass der Lymphabtransport nach Bypass nahezu normalisiert werden kann. Wegen der progredienten Gewebeveränderungen bei Lymphstau sollte man nach einer ersten vollständigen und konsequenten konservativen Therapie nicht zu lange mit der Bypass-Operation warten.

  • Octreotidbehandlung chylöser Pleuraergüsse

    Die hier vorgestellte Patientin erhielt 1980 wegen eines Morbus Hodgkin eine totalnodale Bestrahlung und eine obere Mantelfeldbestrahlung. 25 Jahre danach kam es zu einer Abflussstörung im distalen Ductus thoracicus mit Chylaszites und rezidivierendem Chylothorax links. Dieser konnte erfolgreich und langfristig mit einer Octreotidbehandlung zum Versiegen gebracht werden. Wahrscheinlich stellt Octreotid eine vielversprechende Alternative zur chirurgischen Behandlung chylöser Pleuraergüsse dar.

  • Schmerzen beim Lipödem-Versuch einer Annäherung

    Einleitung: Beschwerden beim Lipödem werden in der wissenschaftlichen Literatur überwiegend als Druckschmerz oder Spannungsgefühl angegeben.

    Fragestellung: Ziel war, eine weitergehende Differenzierung der Qualität der empfundenen Beschwerden zu ermöglichen sowie eine orientierende Quantifizierung der Schmerzausprägung anzugeben.

    Methoden: 50 Patientinnen mit Lipödem im Stadium II wurden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, welcher 30 Items enthielt, die sensorischen und affektiven Schmerzempfindungen entsprachen. Diese sollten den Kategorien »trifft genau zu«, »trifft weitgehend zu«, »trifft ein wenig zu« oder »trifft nicht zu« zugeordnet werden. Zusätzlich sollten die Beschwerden mit eigenen Worten geschildert werden.

    Ergebnisse: Am häufigsten wurden die Items drückend und dumpf angegeben. In geringerem Maße wurden angekreuzt: schwer, ziehend, quälend, entnervend, heftig, unerträglich, erschöpfend und stechend. Die Mittelwerte der Gesamtscores der Patienten für die sensorische und affektive Schmerzempfindung ergaben – beim Vergleich mit chronischen Schmerzpatienten – eine durchschnittliche Schmerzausprägung. Bei den eigenen Formulierungen wurden die Beschwerden jedoch teilweise als sehr ausgeprägt beschrieben.

    Bewertung: Zur Charakterisierung der Empfindungen beim Lipödem war nur ein geringer Teil der angebotenen Adjektive geeignet. Interindividuell wurden die Schmerzen sehr unterschiedlich empfunden. Die subjektiv teilweise sehr starke Beschwerdesymptomatik sollte bei der Charakterisierung des Lipödems berücksichtigt werden.

  • Therapeutisches Qualitätsmanagement in der ambulanten lymphologischen Schwerpunkpraxis

    Qualität im Bereich der personenzentrierten Lymphödemtherapie erfordert ein stetiges Qualitätsmanagement, um die Zufriedenheit aller Beteiligten zu erzielen. Das erreichen wir unter anderem dadurch, dass der Patient durch Selbstmanagement aktiv in den Behandlungsprozess eingebunden wird. Als therapeutisches Team suchen wir die Kommunikation mit Arzt, Orthopädietechniker und Patient. So kommt der Orthopädietechniker regelmäßig in die ambulante Praxis, um die optimale Kompressionsstrumpf- Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Mit dem Arzt suchen wir den kommunikativen Kompetenzausgleich im Hinblick auf die optimale Rezeptierung. Die Prozesse unterliegen unserem Leitbild und werden ergebnisorientiert dokumentiert.

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