Hintergrund: Chylothoraces bei Kindern sind selten, jedoch lebensbedrohlich. Bis dato existiert kein generelles Behandlungskonzept, seit einiger Zeit setzt man Somatostatin und Octreotid ein.
Methode: systematische Übersichtsarbeit. Literaturrecherche.
Ergebnis: Gefunden wurden Berichte von 87 Kindern, die wegen eines primären oder sekundären Chylothorax behandelt wurden. In die detaillierte Auswertung konnten Berichte von 50 Kindern einfließen. Davon wurden 24 Kinder mit Somatostatin i.v. behandelt. 26 Kinder erhielten Octreotid, entweder als i.v.-Infusion oder s.c. Nebenwirkungen: Hautrötungen, Übelkeit, Durchfälle, transienter Hypothyroidismus, erhöhte Transaminasenwerte und Strangulations-Ileus unter Somatostatingabe. Transienter Meteorismus, temporäre Hyperglykämie und nekrotisierende Enterokolitis unter Octreotidgabe.
Schlussfolgerung: In 75 % der Fälle konnte sowohl mit Somatostatin als auch mit Octreotid ein Behandlungserfolg verzeichnet werden. Obwohl i. d. R. nur leichte Nebenwirkungen beobachtet wurden, ist bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Zirkulationsstörungen Vorsicht geboten. Umfangreiche, kontrollierte Studien sind vonnöten, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Somatostatin bzw. Octreotid bei Chylothorax zu etablieren und ein Behandlungsschema zu entwickeln.