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Lymphologie in Forschung und Praxis

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Ausgaben: 01/2009  02/2009  12/2009  

  • Gilt die Starling'sche Hypothese noch?

    Starling postulierte, dass in den Austauschgefäßen arteriell Flüssigkeit abfiltriert und venös reabsorbiert wird. In nicht-resorbierenden Organen kann jedoch keine ständige Reabsorption stattfinden, sondern nur vorübergehend, weil bei vaskulärer Flüssigkeitsaufnahme der extravaskuläre onkotische Druck steigt, bis die filtrierenden und reabsorbierenden Kräften im Gleichgewicht sind. Das vaskuläre Filtrat wird quantitativ von den Lymphgefäßen abtransportiert. In der Niere, dem resorbierender Darm und den Lymphknoten hingegen steigt der extravaskuläre onkotische Druck bei Flüssigkeitsaufnahme in die Blutgefäße...

  • Fluoreszenz-Mikrolymphographie: Pro

    Die Fluoreszenz-Mikrolymphangiographie (FML) ist eine einfach durchzuführende minimal invasive Technik zur Darstellung der Hautlymphgefäße. Sie erlaubt die Unterscheidung zwischen lymphogen und nicht-lymphogen bedingten Ödemen mit hoher Sensitivität und Spezifität. Einige Lymphödeme weisen spezifische Veränderungen der Hautlymphgefäße auf, die FML ermöglicht deshalb in einigen Fällen auch Rückschlüsse auf die Ätiologie des Lymphödems. Da die FML ohne Strahlenbelastung durchgeführt wird, ist sie auch gut geeignet für...

  • Die Neoangiogenese von Lymphgefäßen in Tumorgeweben

    Das Lymphgefäßsystem spielt eine bedeutende Rolle bei der Metastasierung maligner Tumore. Überschreitet ein Tumor in seinem Wachstum eine kritische Größe von ca. 2-3 mm, benötigt er eigene Gefäße zur Versorgung mit Nährstoffen und zum Abtransport von Stoffwechselendprodukten. Der auslösende Faktor zur Bildung neuer Blutgefäße liegt in der Sekretion von Angiogenesefaktoren seitens des Tumors. In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob es neben der Bildung neuer Blutgefäße auch zur Neoangiogenese von Lymphgefäßen im Tumorareal kommt. Ebenso wird darauf eingegangen, ob es sich beim Nachweis von Lymphgefäßen im und um das Tumorgewebe herum um eine tumorassoziierte Lymphangiogenese handelt oder ob der Tumor in seinem Wachstum die...

  • Fluoreszenz-Mikrolymphographie: Kontra

    Kontraargumente, die Fluoreszenz-Mikrolymphangiographie betreffend, werden anhand
    eines Methodenvergleiches zwischen Fluoreszenz-Mikrolymphangiographie und indirekter Lymphographie aufgezeigt und die Alltagstauglichkeit der Methoden bei der Lymphödemdiagnostik verglichen. Folgende Kontraargumente werden gefunden:

     

    • Die Fluoreszenz-Mikrolymphangiographie benötigt ein Equipment, das nur in speziellen Zentren vorhanden sein kann.
    • Die Fluoreszenz-Mikrolymphangiographie stützt sich in der Lymphödemdiagnostik lediglich auf einen Untersuchungsparameter, das ist die Ausdehnung des Fluoreszenzfarbstoffes im initialen Netz. Lymphkollektoren können nicht dargestellt werden.
    • Die Fluoreszenz-Mikrolymphangiographie hat mit 83 % eine deutlich geringere Sensitivität als die indirekte Lymphographie (97 %).
  • Ist die direkte Lymphographie heute noch aktuell?

    Auch im Zeitalter von Sonographie, Computertomographie und Magnetresonanztomographie
    hat die direkte Lymphographie mit Verwendung öliger Kontrastmittel noch ihre Bedeutung.  Für die detaillierte Darstellung von Lymphgefäßen zum Nachweis und zur Lokalisation von Lymphfisteln, aber auch im Rahmen einer prätherapeutischen Lokalisation der Cisterna chyli bei geplanter perkutanener Embolisation einer Fistel des Ductus thoracicus, ist die Methode...

  • Lymphologie Aktuell – Neues aus aller Welt

    Kommentierte, schwerpunktmäßig ausgewählte, praxisrelevante Publikationen der
    letzten beiden Jahre basierend auf den Literaturangaben in PubMed.

    1. Die Indocyanin-Grün-Fluoreszenz-Lymphographie ist ein neues, ambulant durchführbares, risikoarmes Verfahren zur Darstellung oberflächlicher Lymphgefäße der Extremitäten.
    2. Nach Entfernung eines Lymphknotens beim Schaf ermöglicht die spontane Regenerationvon Lymphgefäßen eine Wiederherstellung von etwa 80 % der ursprünglichen Funktion.
    3. Multifokale-multizentrische Mammakarzinome bereiten diagnostische Probleme wenn ausschließlich Mammo- und Sonographie als „bildgebende Untersuchungsverfahren“ verwendet werden. Mögliche Verbesserungen der Ergebnisse werden aufgezeigt.
    4. Bericht über den Verlauf einer Palliativbehandlung eines Patienten mit therapieresistentem malignen Lymphödem. Durch externe Drainage der interstitiellen Flüssigkeit war es möglich, bedrohliche Beschwerden akut zu reduzieren und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.
    5. Die Adipositas, ihre zunehmende Häufigkeit, das Risiko und die Co-Morbidität sind Inhalt zahlreicher Publikationen. Mit dem Auftreten von lymphostatischen Ödemen kann nach Angaben aus den USA bei einem BMI >40 in bis zu 70 % gerechnet werden.
  • Bedeutung der curricularen lymphologischen Weiterbildung niedergelassener Ärzte

    Die curriculare Fortbildung Lymphologie von nahezu 200 Ärzten/innen im deutschsprachigen Raum hat über die vergangenen zehn Jahre hinweg die Qualität in der ambulanten Versorgung der lymphangiologisch Erkrankten deutlich verbessert.

    In bereits 24 Netzwerken in Deutschland arbeitet die gesamte lymphologische Versorgungskette (Arzt, Lymphtherapeut, lymphkompetentes Sanitätshaus) im Sinne eines Lymphteams eng zusammen. Der Patient wird aktiv in das Behandlungskonzept mit eingebunden und die Dokumentation der Resultate insbesondere in der Entstauungsphase steht an oberster Stelle.

    Verordnungen von Manueller Lymphdrainage als alleinige therapeutische Maßnahme gehören hier der Vergangenheit an. Eine Verbesserung der Diagnostik und Therapie bei Mischformen lymphostatischer Ödeme, maligner Lymphödeme, internistischer Ödeme und medikamenten-induzierter Ödeme wird in Zukunft

  • Adipositas-Diagnostik in der Lymphologie

    Der Body-Mass-Index (BMI) ist das gebräuchlichste Messverfahren zur Diagnostik und Einstufung einer Adipositas. Anhand ausgewählter Fälle wird gezeigt, dass der BMI bei schwerergradigen Ödemen und somit in der Lymphologie nutzlos ist. Hier ist nur der Bauchumfang/Größe-Quotient (BGQ) sinnvoll.

  • Vacuum Assisted Closure (V.A.C.®)-Therapie eines posttraumatischen, großflächigen Ulcus cruris bei Lipolymphödem des Unterschenkels

    Chronische Unterschenkelulzerationen stellen einen häufigen Behandlungsgrund in der Dermatologie dar. Insbesondere in Kombination mit dem Auftreten von Lip- und Lymphödemen sollten alle therapeutischen Möglichkeiten zur Wundsäuberung und Steigerung der Granulation Anwendung finden. Die Vakuum-assistierte (V.A.C.®)-Wundbehandlung gilt dabei als eine etablierte Behandlungsmethode im Rahmen konservativer sowie prä- und postoperativer Vorgehensweisen. Neben der spezifisch dermatologischen Lokaltherapie und adjuvanter physikalischer/physiotherapeutischer Behandlung kann diese zusätzliche Methode Wundheilungsprozesse deutlich positiv beeinflussen. Über den aktuellen Fall einer 52-jährigen Patientin mit posttraumatischem Ulcus cruris bei Lipolymphödem und erfolgreicher V.A.C.®-Therapie wird berichtet.

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