Neben der Darstellung der Besonderheiten und Probleme bei der Begutachtung von Venenschäden und -erkrankungen und Hinweisen zu einer bedarfsgerechten Diagnostik war es ein wesentliches Anliegen, auf wichtige begriffliche Änderungen für die Begutachtungspraxis, speziell in der gesetzlichen Rentenversicherung, durch das Sozialgesetzbuch VI hinzuweisen. So existieren die Begriffe Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung seit 1.1.2001 nicht mehr. Stattdessen ist der Begriff der Erwerbsminderung eingeführt worden. Den Begriff Berufsunfähigkeit gibt es noch bei den berufsständigen Versorgungswerken und den privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen, wenn auch mit unterschiedlichen Definitionen und Leistungen, die gegebenenfalls zu beachten sind. Da bei der gutachterlichen Tätigkeit aber noch häufig die alten Begriffbestimmungen auftauchen, werden sie in diesen Ausführungen kurz dargestellt. Ganz allgemein sind die Gutachtensakten bei Venenerkrankungen nach Umfang und Inhalt nicht selten ein trauriges Beispiel für die allgemeine Unkenntnis der Pathophysiologie, Klinik, modernen Diagnostik und der sozial- und arbeitsmedizinischen Bedeutung der Venenerkrankungen.
Archiv
vasomed - Die Fachzeitschrift für Gefäßerkrankungen
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Begutachtung von Venenschäden
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Reduktions-Chirurgie und Kompression bei Lymphödem
Ausgewählte erweiterte Zusammenfassung von Beiträgen der 13. Bonner Venentage
Beim Lymphödem der oberen Extremität ist das Lymphsystem beeinträchtigt, was zu fortschreitend zunehmendem Volumen mit beträchtlicher Morbidität bezüglich Funktionsverlust von Schulter, Arm und Hand führt. Rezidivierende Erysipele verursachen weitere Zunahme des Lymphödems, besonders bei nicht ausreichender Behandlung. In den meisten Fällen ist das Lymphödem der oberen Extremität durch Brustkrebs bedingt, manchmal auch durch Therapie des Melanoms. Bei einer von neun niederländischen Frauen wird Brustkrebs diagnostiziert, was jährlich 12.000 neue Fälle ergibt. Bis zu 38 % aller Brustkrebspatientinnen entwickeln ein Lymphödem des Armes infolge von Mastektomie oder Nodektomie, axillärer Lymphknotendissektion in Kombination mit postoperativer Strahlen- und Chemotherapie. Obwohl die Schildwächterlymphknoten- Technik sehr vielversprechend im Hinblick auf Reduktion des Lymphödemrisikos ist, zeigten zwei kürzlich durchgeführte prospektive Studien an 515 und 5.327 Patienten (2, 5) ein fünf- bzw. 6,9-prozentiges Risiko für ein Lymphödem.
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Rezidiv-Varikose nach Stripping-Operation
Ausgewählte erweiterte Zusammenfassung von Beiträgen der 13. Bonner Venentage
Durch Aufkommen neuer Behandlungsmethoden wird in letzter Zeit viel über den Sinn und die Notwendigkeit der operativen Sanierung der krossen-insuffizienten Vena saphena magna (VSM) und -parva (VSP) wegen vermeintlich hoher Rezidivraten diskutiert. – Internationale Konsensus-Arbeiten definieren eine Rezidiv-Varikose als „das Vorkommen von Varizen einer unteren Extremität, an der vorher eine Varizenoperation durchgeführt wurde“. Ist eine Krossektomie durchgeführt worden, so spricht man von einer Rezidiv-Varikose, wenn duplexsonographisch im voroperierten Krossenbereich ein Reflux nachweisbar ist. Nach unserer Vorstellung kann dieses „Rezidiv“ auf den Krossenbereich beschränkt bleiben und ist nur duplexsonographisch nachweisbar (einfaches Krossenrezidiv), oder aber es reicht weiterverzweigt ins epifasziale Venensystem am Ober-und/oder Unterschenkel und ist somit eine oft behandlungsbedürftige Rezidiv-Varikose.