Ein laborchemisches Screening auf ASSund/ oder Clopidogrelresistenz wird zurzeit mit verschiedenen Plättchenfunktionstests durchgeführt. Laborchemische Studien weisen darauf hin, dass der Nachweis einer laborchemischen ASSoder Clopidogrel-Non-Response mit dem Auftreten vaskulärer Reereignisse assoziiert sein könnte. Allerdings sind die Ergebnisse dieser Studien nur begrenzt aussagefähig – durch zu geringe Fallzahlen, fehlende Standardisierung der verwendeten Labormethoden und sehr unterschiedliche Einschlusskriterien. Konkrete Ursachen einer ASS- oder Clopidogrelresistenz bleiben weiterhin unklar. Dementsprechend können zum jetzigen Zeitpunkt keine therapeutischen Konsequenzen aus entsprechenden Messergebnissen abgeleitet werden.
Archiv
vasomed - Die Fachzeitschrift für Gefäßerkrankungen
-
Aspirin- und Clopidogrel-Resistenz – Kritische Bewertung
-
Cilostazol – ein neuer Ansatz zur Behandlung der pAVK
Cilostazol ist ein selektiver Inhibitor der Phosphodiesterase (PDE) 3A. Über diesen Mechanismus führt es zur lokalen Erhöhung des cAMP (Cyclo-Adenosinmonophosphat) -Spiegels. Der Effekt findet sich im kardiovaskulären System u. a. im Gefäßendothel und in glatten Muskelzellen, aber auch in Leukozyten und in Thrombozyten. Die cAMP-Akkumulation ist dann besonders ausgeprägt, wenn gleichzeitig dessen Bildung erhöht ist, wie es bei (Extremitäten-) Ischämie bei pAVK der Fall ist – mit belastungsinduzierter Bildung und Freisetzung von Adenosin und vasodilatierenden Prostaglandinen. Die Folgen eines erhöhten cAMP-Spiegels sind zellspezifisch und beinhalten im vaskulären System Vasodilatation, Hemmung von Leukozyten-Endothel-Interaktionen, antiinflammatorische, antikoagulatorische und profibrinolytische Effekte. Möglicher Langzeiteffekt, besonders bei vorbestehender progredienter Atherosklerose, ist eine Beeinflussung der Regulation ischämie- und entzündungsassoziierter Gene. Dies könnte die Progression der Atherosklerose verlangsamen
-
Die infrainguinale Bypass-Operation mit autologem Venenmaterial bei über 75-jährigen Patienten
Die infrainguinale Revaskularisation ist krankheitsbedingt v. a. bei älteren Menschen notwendig. An unserem Zentrum werden seit 1988 alle mit autologem Venenmaterial durchgeführten Rekonstruktionen prospektiv in einer Datenbank erfasst. Sämtliche Patienten werden in unserer Sprechstunde nach festgelegtem Schema nachkontrolliert. Insgesamt wurden während des Beobachtungszeitraumes von Oktober 1988 bis Dezember 2005 799 autologe Venenbypässe angelegt, davon in 323 Fällen (40 %) bei Patienten 75 Jahre. Die überwiegende Mehrzahl der Eingriffe (86 %) wurde bei Patienten mit kritischer Durchblutungsstörung der Extremität (Stadium III und IV nach Fontaine) vorgenommen. 208 (65 %) der Bypässe wurden distal durchgeführt (krurale oder pedale Anastomose). Die Überlebensrate (50 %) und die primär assistierte Offenheitsrate (70 %) nach 10 Jahren sind vergleichbar mit denjenigen jüngerer Patienten. Dies zeigt, dass das Alter per se kein Argument für oder gegen eine geplante Operation ist. Vielmehr müssen die übrigen Risikofaktoren, der zu erwartende Benefit, die bisherige Mobilität und der Wunsch des Patienten in die Entscheidung einfließen.